Tausende sterben – aber für die AfD ist es ein „ganz normaler Sommer“
Mindestens an die 16.000 Menschen sind in diesem Sommer an den Folgen der extremen Hitzetage gestorben. Für den AfD-Vorsitzenden Chrupalla ist es trotzdem ein „ganz normaler Sommer“. Die ursächlich für das immer häufiger auftretende Extremwetter verantwortliche Klimaerwärmung für ihn „ein Nebenthema“. Woher kommt diese krasse Missachtung der Gesundheitsgefahren und der Gefährdung der Menschheit?
Die AfD spricht beim Thema Klimawandel sofort und immer wieder von Panikmache. Die anfängliche vollständige Leugnung der Veränderungen des Klimas ist einer anderen ebenso ignoranten Lesart gewichen – nach der hat es den Klimawandel zwar immer gegeben, aber die Ursache dieser Entwicklung seit dem industriellen Zeitalter sei nicht menschengemacht. Das widerspricht so eindeutig den wissenschaftlichen Erkenntnissen, dass sich die Frage stellt: Was sind die Gründe für diese Ignoranz? Wie können die gesicherten Vorhersagen, die für die Menschheit immer stärker steigende Temperaturen, immer häufiger auftretende Dürren, Waldbrände und Überschwemmungen, das Abschmelzen der Gletscher und das Verschwinden ganzer Inseln vorhersagen, so ignoriert bzw. bekämpft werden?
Für die AfD ist Klimapolitik eine Projektionsfläche, ein Symbol für die von ihr behauptete Bevormundung der Menschen durch die demokratischen Parteien, die Regierung, die Medien und die Wissenschaft. Denn die Ursachen der Klimaentwicklung zu bekämpfen, hat zur Konsequenz, dass politische, gesellschaftliche, wirtschaftliche, auch individuelle Veränderungen gefordert, vorgenommen und mitgetragen werden müssten. Auch wenn diese Veränderungen vernünftigerweise sozial abgefedert und begleitet werden – es bleiben gewaltige Umstellungen. Die aber widersprechen einem zentralen Versprechen der AfD an ihre Wähler: Du brauchst dich nicht zu verändern. Es kann alles so bleiben wie es ist oder früher einmal war.
Die AfD behauptet, die „anderen“ Parteien, insbesondere die Grünen, wollen dich umerziehen. Wir aber sorgen dafür, dass dein Lebensstil so bleiben kann – der Diesel oder das Benzin für dein Auto, die Kohle- und Gasheizung, das Schweineschnitzel, der Billigflug. Die Anerkennung der menschengemachten Klimaveränderungen und als Konsequenz daraus eine Politik, die weltweit und bei uns die klimaschädlichen Gase drastisch reduziert, würde genau dieses zentralen Identifikationszentrum der AfD zerstören. Darauf wird aggressiv reagiert. Beispielhaft ist hier der Aufruf der Parteivorsitzenden Alice Weidel im vorigen Jahr: „Wir reißen aller Windkraftwerke nieder.“
Ein weitere Ursache für die entschiedene Ablehnung einer den Veränderungen des Klimas gerecht werdenden Politik ist die Bindung der Partei an die fossilen Mächte. Das betrifft zuerst die vom Gas und Öl lebende Wirtschaft Russlands. So wird – auch trotz des Angriffskrieges Russlands gegen die Ukraine – die Wiederinbetriebnahme der Nordstream-Leitungen gefordert. So würde die in den letzten Jahren rasant fortschreitende Umstellung auf regenerative Energieträger sabotiert.
Auch mit der Trump-Regierung verbindet die AfD viele Hoffnungen. Die lehnt die Anerkennung des menschengemachten Klimawandels bekanntlich auch ab, fördert die Öl- und Gasindustrie und ist bemüht, die Umstellung auf regenerative Energiequellen zu verhindern.
Gleich und gleich gesellt sich gern: die AfD ordnet sich in die weltweite fossile Allianz, die auch noch in Europa stark und mächtig ist, ein. Diese rückwärtsgewandte Haltung ist nicht nur menschenfeindlich, weil sie aus interessegeleiteten Lobbyinteressen und ideologischen Scheuklappen die Gesundheit und die Überlebenschancen der Menschheit gefährdet. Sie sabotiert auch die notwendige Modernisierung der Wirtschaft mit neuen Arbeitsplätzen und die Umstellung auf im Endeffekt billigere regenerative Energieträger.
